Über mich

Meine Qualifikation

  • Diplom-Theologin (Studium in Münster, Osnabrück und Berkeley/USA)
  • Sozialmanagerin M.A. (Studium in Mönchengladbach)
  • Langjährige Berufserfahrung in der Gestaltung von Zeremonien (weltlich und religiös)
  • Aids-Seelsorge-Ausbildung in San Francisco (USA)
  • Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Freier Theologen AGFT

Meine persönliche Entwicklung

Von Haus aus bin ich katholisch – inzwischen gehöre ich formal gesehen der katholischen Kirche jedoch nicht mehr an.

Mein Glauben ist seit Jugend durch Franziskanerinnen und Franziskaner und deren gelebtes Vorbild geprägt. Besondere Mentoren in dieser Hinsicht waren für mich waren der Direktor meiner Schule, Pater Werinhard Einhorn OFM, und mein Professor an der FST in Berkeley, Father Kenan Osborne OFM.

Sehr prägend waren für mich die Jahre der HIV/Aids Epidemie in den 80er und 90er Jahren. Ich habe mich im Alter von 17 Jahren der Aids-Hilfe in Osnabrück angeschlossen. In der Aids-Hilfe war ich zunächst in der Beratung eingesetzt, später dann in der Betreuung, vor allem in der Begleitung von Junkies und Ex-Usern. Leider verlief Aids damals meistens tödlich – heute gibt es zum Glück gute Behandlungsmöglichkeiten.

Ich habe liebe Menschen an Aids verloren, sowohl im Kontext der Aids-Hilfe als auch im privaten Freudeskreis. Doch nicht nur durch Aids sind nahe Menschen gestorben – auch andere die ich lieb hatte starben viel zu jung. Das ist mit ein Grund, warum es mir ein Herzens-Anliegen ist, Trauerfeiern zu gestalten: Ich habe privat schon unerträgliche Trauerfeiern erlebt und ich bin froh, wenn ich mithelfen kann, jemandem einen würdigen Abschied zu bereiten.

Als ich während des Studiums in Münster davon hörte, dass man in San Francisco eine Ausbildung in „Aids-Seelsorge“ machen kann, habe ich mich um einen Platz bemüht. Ich ging 1997 nach Berkeley, habe zunächst 2 Semester bei den Franziskanern an der Franciscan School of Theology (FST) studiert. Im Anschluss habe ich dann 10 Wochen lang im San Francisco General Hospital im Mission District die Aids-Seelsorge Ausbildung absolviert. Das war mit die größte Herausforderung in meinem Leben, in diesem Kontext in einer Fremdsprache Menschen zu begleiten – und ich bin mit Sicherheit daran gewachsen.

Während meines Auslandsjahres bei den Franziskanern in Berkeley, Kalifornien, habe ich an der Starr King School for the Ministry erstmals die Unitarian Universalists kennen gelernt. Ich habe in der Starr King Schule Kurse bei Prof. Ibrahim Farajaje belegt, der mir ein Mentor und Freund wurde. Vieles, was ich bei ihm gelernt habe, versuche ich in meiner täglichen Arbeit anzuwenden.

Unitarian Universalism ist eine liberale Religion, ohne ein Glaubensbekenntnis. UU’s bemühen sich um spirituelles Wachstum, ohne auf eine bestimmte Richtung festgelegt zu sein. Viele UU’s sind Atheisten oder Agnostiker – aber genauso gibt es UU’s die Christentum, Islam, Buddhismus oder andere Religionen praktizieren. In den USA ist Unitarian Universalism eine Kirche. Ich persönlich sehe UU eher wie eine Art humanistische Vereinigung, mit den Menschenrechten als Basis. Mit meinen franziskanischen Idealen lässt sich Unitarian Universalism wunderbar vereinbaren.


Meine beruflichen Stationen

Nach meinem Diplom in Katholischer Theologie bekam ich 2002 eine Anstellung als hauptamtliche Pastoralreferentin bei der Katholischen Kirche im Bistum Osnabrück. Einer der ersten Schwerpunkte meiner Arbeit war die Krankenhausseelsorge. Später gehörten zu meinen Aufgaben hauptsächlich Gemeindearbeit und Jugendarbeit.

Nachdem ich 2009 aus persönlichen Gründen bei der Kirche gekündigt hatte, war ich ein Jahr lang als Seelsorgerin bei einer privaten Klinikgruppe beschäftigt. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit in dieser Zeit lag auf einer Demenzstation, wo ich regelmäßige Andachten mit den demenziell veränderten Bewohnerinnen und Bewohntern gestaltet habe.

Einige Zeit nach meinem Umzug nach Bremen habe ich mich selbstständig gemacht als Freie Diplom-Theologin, das war Anfang 2011. Seitdem bin ich mit großer Freude in diesem Beruf tätig. Der Hauptanteil meiner Arbeit liegt in der Gestaltungen von Trauerfeiern und Hochzeiten. Aber auch Diskussionsveranstaltungen, Predigten und Vorträge gehören zu meiner Arbeit. In Zukunft würde ich gerne den Bereich der Moderation noch stärker ausbauen. In der Anfangszeit meiner Selbsständigkeit habe ich noch einen zweiten Studienabschluss erworben, einen Master in Sozialmanagement.

Anfang 2019 bin ich umgezogen nach Hamburg, wo ich mit meiner Frau ganz zentral in der Langen Reihe in Sankt Georg wohne. Meine beiden Töchter aus erster Ehe sind bereits erwachsen.

Im Laufe meines Lebens habe ich viele Jobs kennen gelernt. Ich war auf der Hauswirtschaftsschule und habe danach eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte abgeschlossen. Ich habe in der Schul- und Studienzeit viel in der Gastronomie gearbeitet, von Garderobe über Theke bis hin zu Security. Unter anderem war ich auch als Putzfrau tätig und an der Kasse bei Woolworth.

Warum ich das alles hier kund tue? Weil es wichtig ist für meine Arbeit als Freie Theologin. Durch all die Erfahrungen meines Lebens bin ich der Mensch geworden, der ich heute bin. Mein Leben hat sich nicht in einem Elfenbeinturm abgespielt – und ich glaube, dass ich ohne Übertreibung sagen kann: Mir ist nichts fremd. Wenn Menschen mir im Gespräch zur Vorbereitung auf eine Trauerfeier oder eine Hochzeit etwas aus ihrem Leben erzählen, dann brauchen sie keine Sorge zu haben, dass ich entsetzt bin oder so etwas zum ersten Mal höre.


Was ich glaube

Ich gehöre zu den European Unitarian Universalists und bekenne mich zu deren 7 Prinzipien:

  • Den angeborenen und von Natur gegebenen Wert und die Würde jedes Menschen,
  • Gerechtigkeit, Gleichheit und Mitgefühl in allen zwischenmenschlichen Beziehungen,
  • gegenseitige Anerkennung und Ermutigung zu spiritueller Weiterentwicklung …
  • eine freie und verantwortungsbewusste Suche nach Wahrheit und  Sinnhaftigkeit,
  • das Recht auf Wahrhaftigkeit in Gewissensfragen und den Gebrauch von demokratischen Verfahren,
  • das Ziel einer Weltgemeinschaft mit Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle,
  • Achtung und Respekt vor dem Zusammenhang allen Seins.

Wofür ich mich ehrenamtlich engagiere

Ehrenamtlich engagiere ich mich unter anderem in der Arbeit mit geflüchteten Menschen und für die Rechte von LGBT*-Menschen, außerdem bei den European Unitarian Universalists.

Diplom-Theologin Jutta Hamm M.A.

Jutta Hamm - Porträt im Lohmühlenpark Sankt Georg


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